Schloß Hundisburg Tagung „Ressource Holz“

Hundisburg 2017

Stehvermögen darf man Frau Dr. Ina Ehrhardt und ihrem Team attestieren, neben einer gewaltigen Professionalität. Die wiederum darf man aber von einer Organisation wie Fraunhofer erwarten. Am 12. April diesen Jahres fand in gewohnt barocker Umgebung auf Schloß Hundisburg in Sachsen-Anhalt die Tagung „Ressource Holz – Betriebliche Wege zum Wirtschaftserfolg 2030“ statt. Und sie begannen, wenn zwar mit einer bekannten, so doch aus dem Kreis der Protagonisten begründeten Ankündigung, dass die Fraunhofer und die Hundisburgtagung ab sofort mit der TU München und dem Unternehmertag Freising kooperieren. Netzwerkarbeit der Tagungen per excellence. Dabei heißt es nicht wie bei Messen – immer eine mehr sondern ein sehr sinnvoller jährlicher Wechsel. Nach dem Norden dieses Jahr ist nächstes Jahr der Süden mit Prof. Eric Labelle dran, und dann eben mit Unterstützung. Der DFUV hat dazu beigetragen, wollte er doch weder die Hundisburgtagung missen, noch auf die jährliche Veranstaltung in Freising verzichten. Dies hochkarätig im Doppelpack immer stemmen zu können war für beide Veranstaltungen schwierig. Zurück zur Hundisburg. Die fast 100 Teilnehmer aus allen Bereichen der Forst- und Holzwirtschaft kamen zunächst eine teils visionäre Einführung in Zukunftsoptionen. Wohltuend begann Kai Lintunen aus Finnland von nahezu harmonischen Netzwerkverhältnissen zu sprechen. Kein Wunder, die Stellung der Forstwirtschaft in Finnland ist bestenfalls mit der hiesigen Situation der Autoindustrie zu vergleichen. Insbesondere der Blick auf die Chancen für ländliche Räume war von Frau Dr. Anne Margarian vom Thünen Institut von wesentlicher Bedeutung. Green Economy und ein globaler Blickwinkel, vorgetragen von Dr. Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien, stellt das Handeln von Forst- und Holzwirtschaft noch einmal in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext. Nach der Mittagspause hatten die Verbände der Branche dann die Möglichkeit, jeweils ihre Bewertung wirtschaftlicher Strategien vorzutragen. Waldbesitz, Holztransporteure, Säge-und Holzindustrie und eben auch die Forstunternehmen kamen hier zu Wort. Verständlicherweise schwer fällt eine eindeutige Zukunftsstrategie. Der immer rasanter werdende Wandel, schwer beeinflussbare Megatrends und eine grundsätzliche Unsicherheit seien stellvertretend als Argumente vorgetragen. Die Veranstaltung, von Ralf Dreeke in bewährter Weise moderiert, tat sich dann schwer, dies umfassend zu diskutieren. Jedenfalls warb Denny Ohnesorge von der AGR sehr eindrücklich um positive Gedanken mit dem Blick in die Zukunft. Und es ist war, nirgends floriert Wirtschaft so wie in Deutschland aber wir sind in der Tendenz wohl immer ein wenig skeptisch…

Michael Sachse

(Bildnachweis: fotolia, B.Heise Fraunhoffer IFF Magdeburg 2017)

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